Wenn Maschinen laufen, aber Menschen fehlen
Der Personalmangel in der Backstube ist kein Gefühl, sondern Realität in der Branche. Im „Backwaren-Monitor 2025“ (Deutschland) wird u. a. die Belastung durch Zeitdruck und Personalmangel als verbreitetes Problem beschrieben; dort wird auch deutlich, wie stark sich die Branche strukturell verändert hat.
Und in Österreich ist der Arbeits- und Fachkräftemangel insgesamt weiterhin auf hohem Niveau, selbst wenn er sich gegenüber dem Peak 2022 etwas entspannt hat. (IBW.AT hochladen und verlinken)
Was das in der Praxis bedeutet:
- Schichten werden dünner geplant (oder improvisiert)
- Neue Mitarbeitende bleiben kürzer, weil die körperliche Belastung hoch ist
- Gute Leute werden zu „Feuerwehrkräften“, statt ihre eigentliche Aufgabe sauber zu machen
Das trifft alle Bereiche, aber Blechhandling fällt besonders schnell auf, weil es ständig passiert und selten „mal eben“ aus dem Prozess verschwindet.
Blechhandling: körperlich schwer, organisatorisch unterschätzt
Blechhandling klingt nach „Nebenbei“. In der Realität ist es ein Dauerlauf:
- Bleche entstapeln, aufgeben, aufnehmen
- Bleche transportieren (Wagen, Regale, Linien)
- Bleche wenden, zwischenlagern, wieder zuführen
- Leere/volle Bleche koordinieren, damit nichts stehen bleibt
Das ist nicht nur „viel Bewegung“. Es ist wiederholtes Heben, Halten, Tragen, oft in ungünstigen Haltungen, unter Zeitdruck, im engen Gang zwischen Wagen, Gärschrank und Linie.
Und genau diese manuelle Lastenhandhabung gilt als typischer Risikofaktor für Beschwerden an Rücken und Gelenken.
Die BAuA beschreibt außerdem, dass schon das manuelle Heben/Halten/Tragen von Lasten (ab 3 kg) zu relevanten Beanspruchungen führen kann, vor allem an der Lendenwirbelsäule.
Kurz gesagt: Das ist nicht „ein bisschen Schleppen“. Das ist Dauerbelastung.
Warum genau hier der Personalmangel zuerst spürbar wird
Wenn Personal knapp wird, versucht man meist zuerst, die „kritischen Maschinenpositionen“ zu besetzen. Das ist logisch.
Das Problem: Blechhandling hängt zwischen allen Stationen. Wenn hier jemand fehlt oder ausfällt, passiert Folgendes:
- Maschinen laufen nicht konstant (weil Material/Leergut nicht da ist)
- Takte geraten aus dem Rhythmus (weil man „zwischendurch“ Bleche holen muss)
- Qualität schwankt (weil Zeitfenster enger werden)
- Führungskräfte und Fachkräfte springen ein (und fehlen dann an anderer Stelle)
Blechhandling ist damit oft der unsichtbare „Puffer“ bis er reißt. Dann steht plötzlich nicht der Ofen im Mittelpunkt, sondern der Wagenstau davor.
Physische Belastung, Krankenstände und Fluktuation
Wer heute Mitarbeitende halten will, muss ehrlich hinschauen:
Wie viel körperliche Belastung steckt in unseren Prozessen und wie oft ist sie vermeidbar?
Österreichs Arbeitsinspektion beschreibt körperlich schwere Arbeit (inkl. Heben/Tragen) als wichtigen Auslöser für Muskel- und Skeletterkrankungen – und verweist auf die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Entlastung.
Und auch in den Präventions- und Informationsmaterialien der Unfallversicherungsträger wird klar: Manuelle Lastenhandhabung ohne Hilfsmittel kann zu Beschwerden und Erkrankungen führen, deshalb gehört sie in die Gefährdungsbeurteilung und sollte aktiv reduziert werden.
Praxisübersetzt heißt das:
Wenn Blechhandling „normal“ schwer ist, wird es über kurz oder lang ein Personalthema. Und Personalthemen sind heute nicht mehr „nervig“, sie sind betriebswirtschaftlich.
Warum Automatisierung beim Blechhandling oft den größten ROI bringt
Viele denken bei Automatisierung zuerst an „große“ Themen: neue Linie, neuer Ofen, neue Anlage.
Aber der schnellere ROI steckt oft dort, wo:
- viele Wiederholungen stattfinden (jeden Tag, jede Schicht)
- körperlich schwere Arbeit gebündelt ist
- Störungen direkt Output kosten
- Fachkräfte durch Nebenarbeit gebunden werden
Genau das ist Blechhandling.
Und der ROI kommt nicht nur über „eine Person weniger“, sondern über mehrere Effekte gleichzeitig:
- Weniger Stillstand & Suchzeiten (Bleche sind da, wo sie sein müssen)
- Entlastung von Fachkräften (mehr Zeit fürs Produkt, weniger fürs Schleppen)
- Stabilere Schichten (weniger Ausfälle/Überlast-Spitzen)
- Bessere Planbarkeit (Takt wird wieder Takt)
Wichtig: bmTEC schaut dabei nicht nur auf „Automatisierung um jeden Preis“. Entscheidend ist, wo sie sinnvoll ist und wo nicht, damit es im Alltag wirklich läuft.
Wie bmTEC Ihr Blechhandling realistisch und schrittweise automatisiert
In Produktionsbackstuben gibt es selten „die eine Lösung“. Layout, Produkte, Blechtypen, Platz, Hygieneanforderungen, alles spielt rein.
Darum denkt bmTEC typischerweise in Stufen (ohne gleich die ganze Backstube umzubauen):
Stufe 1
Engpass sichtbar mache
Wo entstehen Wartezeiten? Wo sind die Wege lang? Wo häufen sich „Zwischenstapel“?
Stufe 2
Ergonomie & Ablauf stabilisieren
Was kann man mit einfacher Mechanik, besserer Anordnung, klaren Übergabepunkten sofort entlasten?
Stufe 3
Automatisieren, wo es zählt
Dort, wo es täglich „durchläuft“: Zuführen, Abführen, Stapeln/Entstapeln, Transportstrecken, Übergaben.
Stufe 4
Erweiterbar bleiben
Nicht alles auf einmal, sondern so, dass man später nachziehen kann, ohne neu anzufangen.
(Und ja: Es gibt am Markt viele Förder- und Intralogistikansätze, entscheidend ist, was im Backstuben-Alltag wirklich sauber und wartbar funktioniert.)
Fazit: Entlastung beginnt nicht beim Ofen, sondern davor
Wenn Blechhandling schwer, chaotisch und personengebunden ist, wird es in Zeiten von Fachkräftemangel zum Bremsklotz, selbst wenn die Maschinen top sind.
Ergonomisches Blechhandling ist deshalb nicht „nice to have“, sondern ein handfester Hebel: für Output, Qualität, Mitarbeiterbindung und Ruhe im Betrieb.
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